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IT Services 08. Mai 2026 9 Min Lesezeit

Cloud-Migration für KMU: AWS vs. Azure vs. Hetzner — ein ehrlicher Vergleich

Welcher Cloud-Anbieter passt zu welchem Unternehmen? Kosten, Datenschutz, Performance und versteckte Fallstricke — aus über 40 Migrationsprojekten.

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XA:I CORE Team
Engineering · XA:I CORE

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wohin. 2026 betreiben noch immer 35% der deutschen KMU ihre kritischen Systeme auf lokalen Servern — mit steigenden Wartungskosten, Sicherheitsrisiken und Skalierungsproblemen. Eine Cloud-Migration löst diese Probleme, aber welcher Anbieter passt?

Die drei Optionen im Überblick

AWS (Amazon Web Services)

Für wen: Unternehmen mit komplexen Anforderungen, internationaler Ausrichtung oder starkem Wachstum.

Stärken: Über 200 Services, globale Verfügbarkeit, beste Skalierung. Wenn Sie in 12 Monaten von 10 auf 100 Server wachsen müssen, ist AWS die sicherste Wahl.

Schwächen: Komplex, Kosten schwer vorhersagbar, kein deutscher Support im Basis-Tier. Die Rechnung nach dem ersten Monat überrascht regelmäßig.

Microsoft Azure

Für wen: Unternehmen mit bestehendem Microsoft-Stack (Office 365, Active Directory, Dynamics).

Stärken: Nahtlose Integration in die Microsoft-Welt. Wer bereits Teams, Outlook und SharePoint nutzt, bekommt SSO, Compliance und Verwaltung aus einer Hand.

Schwächen: Pricing ist komplex, Dokumentation teilweise veraltet, und die Benutzeroberfläche des Azure-Portals ist nicht intuitiv.

Hetzner Cloud

Für wen: Deutsche KMU mit klaren Anforderungen, Datenschutz-Priorität und begrenztem Budget.

Stärken: Deutsche Rechenzentren (Nürnberg, Falkenstein, Helsinki), transparente Preise, DSGVO-konform by default. Ein vergleichbarer Server kostet bei Hetzner 30–60% weniger als bei AWS.

Schwächen: Weniger Managed Services, kein globales CDN, kleineres Ökosystem. Wer Kubernetes, Machine Learning oder globale Edge-Locations braucht, stößt an Grenzen.

Kostenvergleich: ein realistisches Szenario

Beispiel: Mittelständler mit 30 Mitarbeitern, Web-Anwendung, Datenbank, E-Mail, Backup.

PostenAWSAzureHetzner
Compute (2 Server)180 €/Monat165 €/Monat65 €/Monat
Datenbank (Managed)120 €/Monat110 €/Monat45 €/Monat
Storage (500 GB)35 €/Monat30 €/Monat12 €/Monat
Backup25 €/Monat20 €/Monat8 €/Monat
Gesamt~360 €/Monat~325 €/Monat~130 €/Monat

Die Infrastrukturkosten sind nur ein Teil. Dazu kommen Setup, Migration und laufende Wartung.

Die fünf häufigsten Fehler bei der Migration

1. Lift & Shift ohne Optimierung. Die alte Serverstruktur 1:1 in die Cloud kopieren. Ergebnis: gleiche Probleme, höhere Kosten. Besser: erst optimieren, dann migrieren.

2. Keine Exit-Strategie. Vendor Lock-in ist real. Wer ausschließlich auf proprietäre AWS-Services setzt, kann später kaum wechseln. Tipp: Standardtechnologien (Docker, PostgreSQL, S3-kompatible Storage) bevorzugen.

3. Datenschutz ignorieren. Personenbezogene Daten auf US-Servern? Seit dem Data Privacy Framework 2.0 theoretisch möglich, aber jeder Datenschutzbeauftragte empfiehlt europäische Rechenzentren.

4. Backup vernachlässigen. Cloud heißt nicht automatisch sicher. Ohne eigenes Backup-Konzept riskieren Sie Datenverlust durch versehentliches Löschen oder Ransomware.

5. Kosten nicht monitoren. Cloud-Rechnungen wachsen schleichend. Ein vergessener Test-Server, ein überprovisierter Service — nach 6 Monaten zahlen viele KMU 40% mehr als geplant.

Unsere Empfehlung

Für die meisten deutschen KMU mit bis zu 100 Mitarbeitern ist Hetzner die wirtschaftlichste Wahl — deutsche Server, transparente Preise, ausreichend Leistung. Wer Microsoft-Integration braucht, nimmt Azure. Wer global skalieren oder Machine-Learning-Workloads betreiben will, kommt an AWS nicht vorbei.

Die richtige Entscheidung hängt nicht vom Anbieter ab, sondern von Ihren Anforderungen. Ein 2-Stunden-Assessment spart Ihnen 12 Monate Ärger.

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