A+ Content (ehemals Enhanced Brand Content) ist der Bereich unter den Bullet Points, in dem Sie mit Bildern, Text und Modulen Ihre Produktstory erzählen können. Amazon selbst gibt an, dass A+ Content die Conversion-Rate um 5,6% steigert. In der Praxis sehen wir 8–15% — wenn der Content richtig aufgebaut ist.
Warum A+ Content mehr ist als hübsche Bilder
Der Kunde, der bis zum A+ Content scrollt, hat die Bullet Points gelesen, die Bilder angeschaut und die Bewertungen geprüft. Er ist interessiert, aber noch nicht überzeugt. Der A+ Content muss die letzten Zweifel ausräumen — nicht die gleichen Informationen wiederholen.
Die 5 Module, die jeder A+ Content braucht
Modul 1: Hero-Banner mit Wertversprechen
Ein Fullwidth-Banner, das in einem Bild kommuniziert, warum dieses Produkt die richtige Wahl ist. Nicht das Produktfoto wiederholen — sondern das Ergebnis zeigen: das Produkt im Einsatz, die Emotion, den Benefit.
Modul 2: Feature-Vergleich
Eine Tabelle oder Infografik, die 3–5 Kernfeatures zeigt — idealerweise im Vergleich zum Wettbewerb (ohne den Wettbewerber zu nennen). "Unser Produkt vs. Standardprodukte" funktioniert immer.
Modul 3: Social Proof / Trust
Zertifizierungen, Auszeichnungen, Kundenstimmen (als Bild, nicht als Text — Amazon erlaubt keine Bewertungen in A+ Content). "Über 50.000 zufriedene Kunden" als Grafik hat mehr Wirkung als als Textzeile.
Modul 4: Technische Details
Materialien, Maße, Inhaltsstoffe, Pflegehinweise — alles, was der analytische Käufer braucht. Strukturiert, scanbar, mit Icons.
Modul 5: Cross-Sell / Produktfamilie
Die Comparison Table zeigt verwandte Produkte aus Ihrem Sortiment. Das hält den Kunden in Ihrem Brand-Universum, statt ihn zur Konkurrenz scrollen zu lassen.
Mobile-First: der häufigste Fehler
70% der Amazon-Käufer in Deutschland browsen mobil. Auf dem Smartphone wird A+ Content als vertikaler Scroll angezeigt — Bilder werden kleiner, Text schwerer lesbar.
Regel 1: Text in Bildern muss auch bei 320px Breite lesbar sein. Das bedeutet: große Schrift, wenig Text, hoher Kontrast.
Regel 2: Jedes Modul muss auch einzeln funktionieren. Mobile Nutzer scrollen nicht systematisch — sie springen zwischen Modulen.
Regel 3: Testen Sie Ihren A+ Content auf einem Smartphone, bevor Sie ihn einreichen. Was auf dem 27-Zoll-Monitor gut aussieht, ist mobil oft unleserlich.
Premium A+ Content: wann es sich lohnt
Amazon bietet seit 2023 Premium A+ Content an: größere Module, Video-Integration, interaktive Vergleichstabellen, Hotspot-Bilder. Zugang: Brand Registry + Marken-Story-Programm.
Lohnt sich, wenn:
- Ihr Produkt erklärungsbedürftig ist
- Sie einen Preis über 30 € haben
- Video-Content vorhanden ist
- Sie mehr als 50 Einheiten/Monat verkaufen
Lohnt sich nicht, wenn:
- Das Produkt selbsterklärend ist (z.B. Kabel, Adapter)
- Die Marge unter 25% liegt
- Kein professioneller Video-Content vorhanden ist
A+ Content Workflow
- Analyse: Wettbewerber-A+ Content screenen, Lücken identifizieren
- Story: Welche 3 Botschaften sollen beim Kunden ankommen?
- Wireframe: Modulauswahl und Textstruktur — bevor Design beginnt
- Design: Bilder, Infografiken, Banner — alles in Amazon-Modulmaßen
- Mobile-Check: Auf mindestens 2 Smartphone-Größen testen
- Submit: A+ Content einreichen, 2–7 Tage Prüfzeit einplanen
- Messen: Conversion-Rate vorher/nachher vergleichen (mindestens 30 Tage Daten)
Was A+ Content nicht kann
- SEO-Wirkung: A+ Content wird von Amazon nicht für die Keyword-Indexierung genutzt. Keywords gehören in Titel, Bullets und Backend.
- Bewertungen ersetzen: Ein schlechtes Produkt wird durch guten A+ Content nicht besser bewertet.
- Schlechte Bilder kompensieren: Wenn die Hauptbilder schwach sind, scrollt niemand bis zum A+ Content.
Fazit
A+ Content ist der Conversion-Booster für Amazon-Listings — wenn er strategisch aufgebaut ist. Hero-Banner, Feature-Vergleich, Social Proof, technische Details und Cross-Sell bilden das Grundgerüst. Mobile-Optimierung ist Pflicht, nicht Kür. Die Investition rechnet sich bei den meisten Produkten innerhalb von 4–8 Wochen.